Einmal etwas Anderes

Der Winter bringt die wohl verdiente Ruhe für das Gärtner*innen-Team und in diesem Jahr sogar Schnee auf das Feld. Obwohl es angekündigt war, hat es uns doch überrascht. Im letzten Moment wurden das Kohl-Fass zur Isolation gegen die Kälte mit einer besonderen Art des Iglu-Baus (einer schützenden Schicht aus mit Schnee gefüllten Kisten) bestückt. Und es hat funktioniert! Der Kohl hat die eiszeitlichen Temperaturen gut überstanden.

Danach fuhr ich, Martha aus dem Gärtner*innen-Team, an den nördlichen Rand der Lüneburger Heide auf den Hof Wörme um ein Tier-Praktikum im Rahmen der biologisch-dynamischen Ausbildung zu machen.

Hier läuft die Zeit ganz anders, als in unserer kleinen Solawi. Ich stehe früh auf, um dann um 6:00 Uhr im Ziegenstall zu stehen und beim Melken und versorgen der Tiere zu helfen. Eine gemeinsame Frühstücks-, Mittags- und Tee-Pause bestimmen den Tag, der dann im arbeitsbezogenen Sinne um spätestens 18:30 Uhr sein Ende findet.

Ich möchte diese Plattform nutzen, um euch einen kleinen Einblick von der Ziegenhaltung auf Hof Wörme zu geben, von der ich sehr begeistert bin. Die Ziegen werden hier mit so viel Liebe und Leidenschaft versorgt und verwöhnt, dass es eine Freude ist Teil daran zu haben. Die Ställe sind sehr groß und bieten in den meisten Fällen Möglichkeiten zum Klettern und einen Außenbereich. Die Herde besteht aus 36 Tieren, davon 2 Böcken, 19 Milchziegen und 15 Zicklein, wovon die männlichen Tiere kastriert sind, also Hammel genannt werden.

Die Milchziegen werden alle von Hand gemolken. Dafür springen sie freiwillig auf die Melkbank, wo Ihnen die Zeit mit etwas gequetschem Hafer versüßt wird. Die meisten Tiere finden den Hafer super lecker und gleichzeitig gibt es Ihnen etwas mehr Kraft, die für die Milchproduktion gebraucht wird.

Mittlerweile kenne ich die Namen der ganzen Ziegen schon recht gut, da ich täglich die Möglichkeit habe beim Melken oder beim Füttern zu helfen. Und jeden Tag gibt es frische Äste von wahlweise Eiche, Traubenkirsche, Fichte oder Kiefer. Die Ziegen lieben es frische Knospen zu knabbern und die Rinde abzuscharben. Die Vorlieben der Ziegen im Bezug auf Ihr Futter hat mich teilweise sehr erstaunt. Ich finde es eine lustige Eigenheit, dass sie grundsätzlich nichts fressen wollen, was ihnen einmal aus dem Maul gefallen ist und auf dem Boden lag. Wird der Dreck aber abgewaschen, ist das Futter durchaus wieder attraktiv. Außerdem haben wir den Ziegen den vom Frost geschädigten Superschmelz und Zwiebellaub gefüttert und die Ziegen fanden es richtig gut!

Als der Schnee noch die Zaunteile versteckt hatte, sind wir fast täglich eine Runde spazieren gegangen. Es ist schon etwas ganz besonderes eine Ziegenherde über schneebedeckte Felder und durch kleine Waldstückchen zu treiben. Wegen der schon erwähnten Leidenschaft Knospen und Rinde zu fressen, hatten wir einiges zu tun, die Tiere davon abzuhalten die jungen Bäume zu verbeißen.

Jetzt, wo der Schnee wieder geschmolzen ist, werden die Ziegen täglich auf die Weide gebracht. Mit den Fahrrädern an der Spitze und am Ende der Herde begleiten wir sie zum eingezäunten Stück.

Es ist lustig und super interessant die Ziegen untereinander zu beobachten. Je mehr ich mit Ihnen arbeite, desto mehr verstehe ich von Ihren Eigenheiten und vielleicht auch von Ihrer Kommunikation untereinander. Anders als die Böcke stoßen sie uns Menschen nur versehentlich. Untereinander jedoch herrscht ein wildes Gerangel um den besten Platz am Heunetz oder am leckersten Ast. Es ist schon erstaunlich, mit was für einer Wucht sie einander boxen. Entweder Höhner auf Höhner, oder auch voll in die Seite. Häufig gehen sie danach wieder auseinander, ohne, dass ich erkannt habe, wer der Sieger ist. Eins ums andere Mal habe ich beobachtet, wie sie sich nach dem Krachen von Horn auf Horn vorsichtig die Schnauzen zu dem jeweils andere Gesicht strecken, um sich vermutlich Frieden anzubieten. Ansonsten konnte ich bisher eher selten erleben, dass sich die Ziegen untereinander lecken oder kraulen. Aber am Ende eines jeden Tages finden sich die Generationen einer Familie wieder zusammen und verbringen aneinandergedrängt die Nacht. Morgens früh um 6:00 Uhr, wenn wir das Licht im Stall zum melken anmachen, liegen sie dann alle da: Oma mit Tochter und Enkeln. Das ist ein herrliches Bild.

Schnell passiert es, dass wir fast zu viel Zeit bei und mit den Ziegen verbringen und der Garten etwas in den Hintergrund rückt. Trotzdem beginnen wir hier schon mit der Aussaat von Salat, Mangold, Lauchzwiebeln und Kohlrabi für die Gewächshäuser und Folientunnel.

Die Arbeit mit den Ziegen macht mir wirklich Spaß und doch vermisse ich unser Feld in Brandis.

Viele Grüße und bleibt gesund

Eure Martha

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Kleiner Jahresrückblick

Das vergangene Jahr liegt nun schon ein kleines Weilchen hinter uns und in den vergangenen Wochen konnten wir uns als Gärtner*innenteam gut erholen und blicken nun voller Vorfreude auf den nahenden Frühling und die kommende Saison! Aber zuvor noch ein paar Worte zur vergangenen Saison.

Nachdem im November die letzten Beete beerntet wurden und die Kulturen an sicheren und frostgeschützten Orten eingelagert wurden, haben wir Alex, die 2020 mit viel Einsatz und Engagement das Gartenteam bereichert hat, verabschiedet. Ein paar Wochen zuvor hat Leo ihre Saison als Gärtnerin in Brandis beendet, um sich weiter intensiv ihrem Biologiestudium zu widmen. An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an euch Beide für die wunderbare Saison mit euch!

Kartoffel Vielfalt

2020 war das dritte extrem trockene Jahr in Brandis (und anderswo). Diese Tatsache bewegt uns fortwährend und wir beschäftigen uns stetig mit Möglichkeiten, wie ein regionaler, nachhaltiger und im besten Fall regenerativer Gemüsebau unter diesen Bedingungen aussehen kann. Mögliche Konzepte beinhalten unter anderem einen zeitlich versetzen Anbau und eine darauf angepasste Fruchtfolge, um die vorhandene Winterfeuchte möglichst gut für den Anbau nutzen zu können. Außerdem spielt auch hier der Einsatz von Mulch, der sich bei uns in den vergangenen Jahren stetig gesteigert hat, unserer Auffassung nach eine zentrale Rolle. Motiviert von der Idee, aufgrund der sich verändernden klimatischen Bedingungen neue Wege der Landbewirtschaftung zu suchen und Impulse zu setzen, wie eine klimagerechte, enkeltaugliche und regionale Nahrungsmittelproduktion aussehen könnte, haben wir uns mit dem Konzept der “Klimagärtnerei” beim Leipziger Zukunftspreis beworben und eine Förderung in Höhe von 2000€ gewonnen. Erste Experimente diesbezüglich fanden bereits vergangenes Jahr statt, kommende Saison wird nun ein Teil der Fläche in Brandis zur Klimagärtnerei um weitere Erfahrungen mit neuen Anbaumethoden zu sammeln.

Eine weitere erfreuliche Nachricht folgte gegen Ende der Saison: Unser Verein für Ernährungssouveränität und gesellschaftliche Utopien ist ab sofort gemeinnützig! Das hat unter anderem den Vorteil, dass nun FÖJler*innen und Menschen, die einen Bundesfreiwilligendienst absolvieren möchten, dies bei uns tun können. Außerdem öffnet das die Türen für neue Fördermöglichkeiten. Hierzu ein großes Dankeschön an Claudia, die sich dafür durch viel Papierkram gearbeitet und mit den entsprechenden Behörden auseinandergesetzt hat.


Aber noch einmal zurück zur Ernte, die trotz Trockenheit mit ein paar Ausnahmen sehr erfreulich ausfiel. So konnten im Vergleich zum Vorjahr die Erntemengen bei fast allen Lagergemüsekulturen nochmals gesteigert werden. Schwierigkeiten bereitete uns zu Beginn der Saison vor allem der sogenannte “Kohl2-Block“ in Brandis. Hier kam es durch Schädlingsbefall unter anderem zu größeren Einbußen bei Kohlrabi, Blumenkohl und Brokkoli. Aber die wohl größte Enttäuschung war wohl das gänzliche Ausbleiben der Gurken in der vergangenen Saison. Durch extreme Hitze und eine nicht rechtzeitige Bewässerung sind uns alle Gurkenpflanzen eingegangen. Kommende Saison werden wir hierauf ein besonderes Augenmerk legen, damit wir uns im Sommer alle an saftigen Gurken erfreuen können. Die genauen Ernte- und Bewässerungsmengen finden unsere Mitglieder in einer E-Mail, die im Dezember über den Verteiler rausging. Vielfalt wird auch kommende Saison groß geschrieben und so sind über 50 verschiedene Gemüsekulturen und insgesamt über 250 unterschiedlichen Sorten geplant.


Die Anbau- und Etatplanung ist mittlerweile abgeschlossen und zum aktuellen Zeitpunkt werden 60 Anteile mit Gemüse, Obst und Kräutern versorgt. Wir haben momentan also noch freie Kapazitäten und freuen uns, wenn wir für die anstehende Saison noch neue Mitglieder begrüßen dürfen! Solltet ihr also Menschen kennen, die gerne in den Genuss von nachhaltig angebautem und regionalem Gemüse kommen wollen, bringt sie gerne mal zu einer Ausgabe mit oder leitet die Mailadresse “mitmachen@vegutopia.de” an sie weiter. Außerdem gibt es noch reichlich Infomaterial und Flyer, die jederzeit bei der Ausgabe mitgenommen und im Anschluss verteilt werden können.

Zu guter Letzt: Ein großes Dankeschön an alle Mitglieder und Unterstützer*innen für euren Einsatz! Ohne euch wäre all das nicht möglich. Wir freuen uns sehr auf die kommende Saison und hoffen, dass es in halbwegs naher Zukunft wieder Gemeinschaftsaktionen und Zusammenkünfte geben kann.



Bleibt gesund,

eure Gärtner*innen

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Eine Expedition ins Paradies der „naturbelassenen“ Äpfel

Hey, hier schreibt euer Gärtner-Tom. Ich habe mir für den September etwas Auszeit von Leipzig genommen und bin in einem wahren Paradies für Freunde alter Apfelsorten gelandet – dem Obstarboretum Olderdissen in Bielefeld. Auf etwa 2 ha Land befindet sich hier eine Sammlung von über 350 Apfelsorten aus Europa und Nordamerika.

reichtragende alte Mostapfelsorte ohne überlieferten Namen aus der Rhön

Besonders an dem Bioland-Obstbetrieb, der mit der Sammlung verbunden ist, dass hier komplett auf Pflanzenschutzmittel gegen Pilzkrankheiten wie Schorf, Mehltau, Regenflecken, Elsinoe Blattflecken und Obstbaumkrebs verzichtet wird. Zum Vergleich: im konventionellen und auch dem biologischen Erwerbsanbau von Tafelobst finden je nach Wetterbedingungen bis zur Ernte der Äpfel bis zu 50 Spritzungen von Pflanzenschutzmitteln gegen Pilzkrankheiten, sogenannte Fungizide, statt. Ausschließlich der Apfelwickler (Obstmade) wird mit einer Pheromonverwirrungsmethode und einer Spritzung von Granuloseviren biologisch behandelt, um die Zahl wurmstichiger Äpfel zu verringern.

Vergesst die klassischen „Supermarkt-Apfelsorten“

Der Verzicht auf Fungizide im Obstaboretum bleibt nicht ohne Folgen. Vor allem die Äpfel der heute üblichen Supermarkt-Sorten wie Jonagold, Gala, Golden Delicious, Braeburn, Elster, Rubinette, Pinova oder Topaz sehen ohne intensiven Pflanzenschutz kümmerlich und unschön aus (das kann man sich bei einigen Sorten in der Sammlung direkt anschauen). Ihr makelloses Aussehen im Handel erhalten sie nur dank intensiver Pflanzenschutzmaßnahmen. Dabei weiß eigentlich jede*r, der*die Apfelbäume im Garten stehen hat, dass ein naturbelassener Apfel selten frei von Makeln ist und trotzdem gut schmecken kann.

Jonagold ohne Fungizidspritzung – leider sehr anfällig für Schorf

Es gibt im Apfeluniversum glücklicherweise nicht nur die 10 bis 20 üblichen krankheitsanfälligen Supermarktäpfel, sondern eine Vielfalt von tausenden Apfelsorten. Bis in die 1950er Jahre war es in Deutschland nicht üblich Äpfel mit Fungiziden zu spritzen. Man hat bis dahin in der Züchtung und im Erwerbsanbau einfach auf robuste Sorten gesetzt, die wenig anfällig für Krankheiten waren und die zusätzlich gute Geschmacks- und äußerliche Eigenschaften hatten. Außerdem haben die Verbraucher*innen durchaus auch Äpfel mit Schönheitsfehlern gekauft, wenn der Geschmack dafür besonders gut war. Das Obstaboretum knüpft an diese traditionelle Anbauweise an und verkauft ausschließlich Apfelsorten, die auch ohne intensiven Pflanzenschutz eine gute Fruchtqualität erreichen. Im eigenen Hofladen werden neben diesem Tafelobst auch naturtrüber Apfelsaft und -marmeladen aus Fallobst und optisch nicht verkaufsfähigem Obst verkauft. Die Kund*innen können alles selbst probieren und entdecken, welche Sorte ihnen am besten schmeckt. Besonders dankbar sind die Kund*innen auch für die Auswahl an Sorten, die für Menschen mit Apfelallergie verträglich sind.

Langtons Sondergleichen, Westfälischer Frühapfel, Mantet, Jakob Fischer, Apollo, Biesterfelder Renette – hier gibt es mehr zu entdecken als die Standardsupermarktsorten – auch für Apfelallergiker

Warum habe ich diese Auszeit genommen?

Es gibt in der Solawi immer wieder mal den Wunsch nach mehr Obst, am besten über das ganze Jahr verteilt. Beim Ernten der bestehenden Bäume und Sträucher in Stünz und auch beim Aufbau der Obstwiese in Brandis ist uns im Gärtner*innenteam an vielen Punkten aufgefallen, dass wir mehr fundiertes Wissen zum Obstbau brauchen, um gut mit Herausforderungen wie Schädlingen, Trockenheit, Baumerziehung oder Lagerung umgehen zu können. Ich hätte mir auch weiterhin noch sehr viel Theorie zu diesen Themen aneignen können, dachte mir aber, es wäre am besten, direkt mal in die gärtnerische Praxis eines Obstbaubetriebs hineinzuschauen. Und siehe da, durch etwas Recherche bin ich auf das Obstarboretum in Bielefeld gestoßen und dachte mir gleich, dass die im Internet beschriebene unkonventionelle Anbauweise richtig gut zusammen passt mit unserer Vorstellung, Obst traditionell ohne intensiven Pflanzenschutz anzubauen und trotzdem eine gute Qualität der Früchte zu erreichen. Das Obstarboretum kann mittlerweile auf Erfahrungswissen im Obstanbau aus 30 Jahren zurück greifen und ist dadurch eine wirklich fundierte Quelle selbst für knifflige Themen. Nach einem kurzen Telefonat mit Hans-Joachim Bannier, dem Betriebsleiter des Obstarboretums und gleichzeitig einer vielbeschäftigsten Pomologen in Deutschland, habe ich für September ein Praktikum vereinbart.

Was habe ich im Obstarboretum gemacht?

Im September findet ein großer Teil der Apfelernte statt. Die Erntesaison beginnt im Juli/August mit sehr frühen Sommeräpfeln wie dem Klarapfel und endet im Oktober mit Spätwinteräpfeln wie dem Glockenapfel oder Ontario. Der September liegt also mitten in der Erntezeit und ich habe hier vermutlich mehr als 30 Sorten selbst geerntet und mindestens 40 Sorten selbst probiert. Das Ernten von Tafelobst ist dabei nicht so einfach, wie man es vielleicht denkt. Einmal wöchentlich wird durch leichtes Anheben der Äpfel am Stiel kontrolliert, welche Apfelsorten bereits pflückreif sind. Beim Pflücken des Tafelobstes muss auf die Pflückreife, Größe, Aussehen, Wurmlöcher und vor allem darauf geachtet werden, dass der Apfel keine Beschädigungen durch das Pflücken oder beim Transport ins Lager bekommt, da er sonst schneller fault. Eine Wichtige Erkenntnis: Viele Äpfel entfalten tatsächlich erst durch den Reifeprozess während der Lagerung ihr bestes Aroma. Vom Baum schmeckt der Apfel meistens nicht ganz so gut. Die verkaufsfähigen Größen und das Aussehen können von Sorte zu Sorte unterschiedlich sein. Anders als im Großhandelsgeschäft, können im Direktverkauf auch kleinere oder sehr große Äpfel noch als Tafelobst verkauft werden. Der*die Obstliebhaber*in hat also neben den unterschiedlichen Sorten letztlich auch mehr Größenvielfalt zur Auswahl. Die Jahresmenge an verkauftem Tafelobst liegt bei über 20 t

von klitzeklein bis riesengroß ist eine Menge dabei bei der Apfelernte – die Sorte Jakob Fischer neigt dazu Riesenfrüchte mit Einzelfruchgewichten von über 200g zu machen – schmecken tut er trotzdem richtig gut

Ab Anfang September wird im Obstarboretum und auf den Streuobstwiesen des Betriebs außerdem auch Fallobst für die Apfelsaftherstellung gesammelt, das entweder selbst vom Baum gefallen ist oder mit der Rüttelstange heruntergeschüttelt wurde. Neben Äpfeln haben wir auch Birnen für Birnensaft bzw. Apfel-/Birnensaft gesammelt und zur Mosterei gebracht. Gleichzeitig gibt es auch vier Termine an denen umliegende Streuobstwiesenbesitzer*innen ihr Fallobst gegen Geld oder Saft tauschen können. Zu den Sammlungen bei der Mosterei kamen so wirklich große Mengen zusammen. Die Bilanz nach einem Annahmetag allein waren 9,5 t Äpfel und 1,5 t Birnen. Zur Orientierung: aus 1kg Äpfel entsteht ungefähr eine 0,7 l Flasche Apfelsaft. Die Jahresmenge an gesammeltem Fallobst beträgt zwischen 30 und 35 t Äpfel.

Bunte Mischung an Fallobst für die Apfelsaftpressung

Was habe ich im Obstbau-Praktikum gelernt?

Zu allererst: ja es ist möglich, (Tafel-)Obst in größeren Mengen ganz ohne Fungizide anzubauen und trotzdem eine gute Qualität und einen guten Ernteertrag zu haben. Wichtig ist dabei vor allem die Sortenauswahl! Und ich habe in der Tat eine Menge richtig gut geeignete Sorten für diese Art des Anbaus kennengelernt, die durchaus gut aussehen und anders als viele Supermarktäpfel geschmacklich auch einige Überraschungen zu bieten haben.

Darüber hinaus habe ich natürlich viel über die betrieblichen Abläufe speziell bei der Ernte, Mostobstsammlung, Lagerung und im Verkauf gelernt. Insbesondere beim Thema Obstbaumschnitt werde ich mich aber noch weiterbilden müssen (das findet erst im Winter statt), denn schließlich ist der Obstbaumschnitt einer der wichtigsten Faktoren für die Menge und Qualität der Obsternte.

Wie geht es mit dem Obstanbau bei uns weiter?

Nach meinem Praktikum bin ich mir noch nicht ganz sicher, ob und wie wir den Obstanbau in unserer Solawi erweitern wollen. Ich würde mich daher sehr über eure Meinungen, Anregungen, Fragen und Wünsche zu dem Thema und natürlich auch über die Unterstützung bei der Pflege der bestehenden Obstbäumen freuen.

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Die Früchte des Sommers werden geerntet

Summer moved on… and as it moves on, it leaves us a lot of good food… Nicht umsonst werden in dieser Zeit des Jahres Erntedank-Feste gefeiert.

Auch bei uns auf dem Feld in Brandis finden und fanden die großen Ernten statt:

Rund 650kg Kürbisse sind nun schon vom Feld gewandert. Dabei waren „roter Hokkaido“, „Butternut“, „roter Zentner“ und „Sweet Dumpling“. Die „zweite Wahl“ (Kürbisse, die verwundet waren oder deren Schale nicht gut ausgehärtet war) kam bereits über die Gemüseausgabe zu euch und die „erste Wahl“ wohnt erstmal in Marians Zimmer und kommt dann nach und nach in die Ausgabe. Als „Nachzügler“ liegen noch „Long de Nice“ und „Muskatkürbis“, ebenfalls hervorragende Speisekürbisse, auf dem Feld und reifen aus.

Kürbisernte

Auch die Kartoffelernte neigt sich dem Ende, einzig 5 Reihen der Sorte „Sarpo Mira“ (besitzt eine gute Krankheitstoleranz) sind noch in der Erde und haben sogar noch grüne Blätter – das lässt auf eine ertragreiche Ernte hoffen. Insgesamt war die Kartoffelernte bis jetzt mengenmäßig zufriedenstellend, allerdings nagten die Drahtwürmer (Larven des Schnellkäfers, welche sich in die Kartoffel fressen und dort teilweise tief ins Innere gehende Löcher hinterlassen) zu sehr an der Qualität der Kartoffeln.

Kartoffelernte

Beim Winterkohl kündigt sich eine gute Ernte an, was sehr erfreulich ist mit Rückblick auf die magere Ernte bei Kohlrabis, Mairübchen und Co. im Frühsommer.

unser Winterkohlfeld: Grünkohl, Chinakohl, Palmkohl, Kohlrabi, Weißkohl, Rotkohl, Wirsing…

Die Sommerkulturen neigen sich dem Ende, so haben wir z.B. vor kurzem die letzten Stangenbohnen geerntet und die eigens dafür errichtete Rankhilfe wieder abgebaut. Dafür sind nun schon alle Winterkulturen wie Feldsalat, Spinat, Asiasalat und Postelein ausgesät, so dass wir euch auch in den kühleren Monaten im Jahr immer wieder etwas Frisches für den Salat liefern können.

Spinat für den grünen Wintersalat
Asiasalat und Feldsalat

Die geplante Grundsteinlegung für das Gewächshaus, welches auf dem Feld entstehen soll, verzögert sich noch etwas, da im Vorfeld noch etwas mehr Zeit in Planung, Recherche und Organisation der benötigten Materialien fließen muss.

Auch personelle Veränderungen bringt der Herbst: Seit Anfang September begleitet und unterstützt uns Eva für einen Monat im Rahmen ihres Vorpraktikums für die freie Ausbildung, die sie nächstes Jahr beginnen will. Auch Charlott hat auf diesem Wege zu uns gefunden und ist ebenfalls seit Anfang des Monats bis in den Winter hinein 2 Tage/Woche für die Solawi im Einsatz. Leo’s Vertrag läuft zum Ende September aus – es war eine schöne Zeit mit dir, Leo, wir werden deine direkte und dabei herzliche Art vermissen.

Abschließend ein Programmtipp: Kommenden Samstag, den 26.09, zeigt die globaLE um 20:00 den Film „Wild Plants“ in der Goase, im Garten der Richterstr. 4/6, Zentrum-Nord Leipzig. Bereits vorab wird es um 19 Uhr eine Führung und Diskussion über das Projekt und das Konzept der Gemeinschaftsgärten geben.

Link zur Veranstaltung: http://www.globale-leipzig.de/?page_id=783

Bis dahin,

eure Vegutopia-Gärtners

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Hochsommer auf dem Gemüsefeld

Der Sommer ist vorangeschritten und die sogenannten Hundstage sind da… die Pflanzen sind gut versorgt und auch wir Gärtner*innen können vereinzelt Urlaub nehmen und Energie tanken bzw. widmen uns länger aufgeschobenen Aufgaben (Aufräumen, Frühbeetkästen bauen, etc.).

Ein kurzes Update zu unseren Gemüsekulturen:

Vielleicht habt ihr euch schon gewundert, wo die Gurken bleiben. Leider wird es dieses Jahr kaum Gurken aus Brandis geben, da die Pflanzen schlecht aufgegangen und einige dann auch noch von den vielen Schnecken, die es in letzter Zeit gab, aufgefressen wurden… dafür sind wir gerade mitten in der „Zucchini-Schwemme“.

Zucchini, Zucchini

Hier ein paar leckere Zucchini-Rezepte (durch den milden Geschmack sind Zucchinis sehr vielseitig zu verwenden):

…und noch mehr Zucchini-Ideen z.B. hier: https://www.smarticular.net/zucchini-rezepte-zubereiten-einlegen-pommes-chips-spaghetti-rohkost-kuchen/

Auch die Zwiebelernte war gut. Wir haben ca.900 kg Zwiebeln geerntet. Dabei überragte die selbst vermehrte und gebeizte Sorte „Stuttgarter Riesen“ die Sorte „Sturon“ (aus zugekauften Steckzwiebeln) qualitativ um einiges. Während „Sturon“ einigen Drahtwurmbefall mit nachgehendem Pilzbefall aufwies, waren die „Stuttgarter Riesen“ nahezu alle makellos. Wir sind gespannt, wie sie euch schmecken werden.

Zwiebelernte

Hoher Schädlingsdruck ist dieses Jahr in allen Kohlpflanzen (Kopfkohl, Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi, Chinakohl, …) zu verzeichnen. Es handelt sich um sogenannte Erdflöhe, welche mit ihrem Lochfraß besonders den Jungpflanzen stark zusetzen, sodass diese sich nicht gut weiterentwickeln können. Ursachen für den starken Befall sind vermutlich einerseits die großen Rapsfelder um das Gemüsefeld herum (auch Raps gehört zur Familie der Kohlpflanzen und ist somit Wirtspflanze des Erdflohs) und andererseits die trockene Witterung (Erdflöhe bevorzugen warmen trockenen Boden als Habitat und zur Vermehrung).

Hinsichtlich der Trockenheit sind wir sehr froh, dass wir bis jetzt weiterhin Strom für die Bewässerungspumpe von unseren Nachbarn bekommen, da sich deren Baustelle verzögert. Dennoch müssen wir spätestens ab nächster Saison eine andere Lösung (eigener Stromanschluss oder Strom durch Solar-Paneele) haben.

Auch sehr erfreulich war, dass wir vor kurzem große Mengen an Mulchmaterial von einem befreundeten Bio-Landwirt aus dem Muldental erwerben konnten. Dieses verteilen wir nach und nach auf der Fläche, mit dem Ziel, kaum noch nackte Erde auf dem Feld zu haben, um die Verdunstung zu minimieren, Feuchtigkeit im Boden zu halten, Beikraut zu unterdrücken und Humus aufzubauen.

Pastinaken und Möhren mit Mulchberg im Hintergrund

Ein kleiner Ausblick: die nächste größere Ernteaktion wird die Kürbisernte Anfang September sein. Hier werden wir sicherlich Hilfe für die Nachbearbeitung der Fläche benötigen und freuen uns, wenn ihr kommt, um uns zu unterstützen. Helfende Hände hier und da sind auch ansonsten immer wieder mehr als willkommen. Sprecht uns einfach bei der Gemüseausgabe an oder schreibt uns, wenn ihr uns mal auf dem Feld unterstützen möchtet. Auch Garten1 (in dem die Ausgabe stattfindet) sehnt sich seit längerer Zeit nach mehr Aufmerksamkeit. Wenn ihr also mittwochs etwas Zeit und Lust mitbringt, diesen Ort zu einem noch schöneren zu gestalten, freuen wir uns sehr und unterstützten euch gerne dabei.

Wenn ihr nicht nach Brandis aufs Feld kommen könnt und trotzdem gerne mal sehen wollt, wie es dort so aussieht, schaut euch diesen Kurzfilm von Julius Jendrezok an, der im Mai da war und seine „Abschlussarbeit“ für den MDR über unsere Solawi VegUtopia gedreht hat:

Die Abschlussarbeit von Julius – Teilen erwünscht…

Die letzten Zeilen dieses Eintrages gelten Ronny, welcher uns von Mitte April bis Anfang August als Praktikant 3Tage/Woche unterstützt hat. Du warst für uns eine große Bereicherung. Vielen Dank dafür und hoffentlich auf bald.

Ronny und Sam beim Möhren verziehen

In diesem Sinne wünschen wir allen einen schönen Sommer.

Eure VegUtopia-Gärtner*innen

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Die große Blumen- und Pflanzzeit

ein buntes Blumenmeer auf unseren Wiesen – eine Freude für jeden Gartentag

Wir liegen bisher richtig gut im Zeitplan. Alle Kartoffeln sind gelegt und auch die Möhren und Rote Bete Sätze sind gesät. Die Eisheiligen liegen hinter uns und nun ist es soweit. Jetzt pflanzen wir Tomaten, Paprika, Zucchini, Kürbis, Gurken, Kohl und Sellerie.

Die letzten Ausgaben waren nicht besonders üppig. Das liegt vor allem an der Saison. Mit den kalten Nächten der Eisheiligen, haben wir uns beim ernten zurückgehalten um so die Pflanzen vor Frostschäden zu schützen. Aber diese kalten Nächte scheinen auch etwas Gutes zu haben. Bisher sind nur sehr sehr wenige Kartoffelkäfer in unseren Kartoffelreihen aufgetaucht, die wir noch rechtzeitig durch Anhäufeln vor dem Frost geschützt, vielleicht hat sie ja tatsächlich der späte Frost erwischt. Außerdem sind die dicken Bohnen von schwarzen Blattläusen befallen. Im Sinne der ökologischen Schädlingsbekämpfung haben wir Florfliegenlarven ausgebracht. Danach haben wir erst einmal keine mehr gesehen, jedoch ist das nicht unbedingt verwunderlich, schließlich sind diese Insekten nachtaktiv.

Was uns auf dem Feld zurzeit etwas Sorge bereitet, ist die Stromsituation in Brandis. Strom brauchen wir nicht besonders viel, aber ohne ihn läuft die Pumpe nicht und Gemüseanbau ohne Bewässerung scheint, mit Rückblick auf die letzten Jahre, nicht möglich. Bisher haben wir Strom von dem Gartenhäuschen einer unserer Nachbarn beziehen könne. Wegen einer Baustelle soll das ab Juni nicht mehr möglich sein. Wir haben wieder angefangen andere Nachbarn um Mithilfe zu bitten, sind aber leider auf wenig Verständnis gestoßen. Unsere letzter verbliebener Weg zur Wasserversorgung ist daher ein Notstromaggregat zu verwenden und auf weitere Niederschläge zu hoffen. Das hält uns erst mal den Rücken frei, jedoch bedeutet das auch, dass eine Zeitschaltuhr an der Pumpe zur automatischen Bewässerung der Jungpflanzen nicht machbar ist. Wir holen also die Jungpflanzen Stück für Stück, so wie wir sie dann auch ziemlich direkt pflanzen können, mit der Liefertour nach Brandis.

Ihr seht also, wir können uns auf alles einstellen, jedoch wäre ein eigener Stromanschluss zur Unabhängigkeit von unseren Nachbarn die komfortabelste Lösung. Der Stromanschluss ist beantragt und ein Termin mit dem Stromnetzbetreiber um das Gelände zu besichtigen und die Einzelheiten zu besprechen steht fest. Die Finanzierung scheint nach euren bisherigen Rückmeldungen aber möglich.

Und auch neben der Feldarbeit sind wir aktiv. Leo hat ein Telefoninterview für den Ernährungsrat gegeben. Ihr könnt es hier finden: https://ernaehrungsrat-leipzig.org/landwirtschaft-und-corona/. Außerdem wurde ein kleiner Film in Brandis auf dem Feld gedreht. Es ist die Abschlussarbeit eines Auszubildenden vom MDR. Ob der Film ausgestrahlt wird ist noch nicht entschieden, wir können ihn aber auf jeden Fall für diesen Blog und sonstige Kanäle nutzen. Weiterhin werkelt die AG Öffentlichkeitsarbeit an einem Flyer. Neben dieser AG brauchen wir noch motivierte Menschen für die AG Dörrapparat und Einkochaktionen.

Das Filmteam von Julius beim Dreh seines Ausbildungsabschlussarbeit

Probleme mit Frost… Stromanschluss… Blattläuse… Hoffentlich habt ihr nun nicht den Eindruck, dass wir uns den ganzen Tag nur grämen und uns Sorgen machen. Natürlich nicht! Besonders erfreulich war der Regen in der letzten Zeit. Vor 2 Wochen hat es über eine Nacht und einen Tag in Brandis an die 16 mm Niederschlag gegeben. Und auch danach regnete es regelmäßig, sodass der Boden feucht ist und die Bodenbearbeitung verhältnismäßig leicht fällt. Der Rhabarber, die Kartoffeln, die Radieschen und auch alles andere wächst und gedeiht. Wenn ihr euch persönlich davon überzeugen wollt und etwas Zeit habt uns zu helfen, dann meldet euch gerne. Gemeinschaftsaktionen sind vorläufig noch abgesagt.

Liebste Grüße vom Gärtner*innen-Team

Landsberger Gemenge mit Inkarnatklee in voller Blüte – guter Pollenund Nektar für Wildbienen und Co.
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The revolution starts from the ground – oder was wir gerade in Corona-Zeiten so machen

unser Gärtner*innenteam für 2020 – Tom, Uwe, Leo, Martha, René, Marian und Alexandra (ist leider nicht mit auf dem Foto)

Auch in Corona-Zeiten sind wir Gärtner*innen fleißig am Boden bearbeiten, Zwiebeln stecken und Jungpflanzen anziehen. Auf dem Feld arbeiten wir auf Abstand, desinfizieren benutzte Geräte und verzichten auf gemeinsames Kochen und zu nahes Beisammensein. Außerdem sind wir in ständigem Austausch darüber, wie sichergestellt werden kann, dass im Fall der Fälle nicht das gesamte Gärtner*innen Team in Quarantäne muss. Wie ihr schon mitbekommen habt, läuft auch die Gemüseausgabe momentan viel unpersönlicher und mit mehr Abstand als sonst – wir freuen uns schon wieder auf mehr Austausch mit euch, wenn es wieder entspannter ist. Doch auch wenn so viele Teile der Welt gerade stillstehen: Die Natur macht sich da nichts draus und da geht es ganz normal weiter.

Dementsprechend ist in den vergangenen Wochen einiges passiert. In Brandis wurde weiterhin viel Zeit und Energie in die Bodenbearbeitung und die Vorbereitung der Beete gesteckt. Abgesehen von einem Rasenmäher zur Grünlandpflege findet das Ganze wie gehabt ohne den Einsatz von Maschinen und damit ohne die Verbrennung fossiler Energieträger statt. Neben der fortlaufenden Bodenbearbeitung wurde auch schon einiges gepflanzt und gesät. Nachdem Anfang März die ersten (dicken) Bohnen in den Boden kamen, wurde Spinat gesät, das erste Beet mit Möhrensamen bestückt, Zwiebeln und Knoblauch gesteckt, Mairüben, Kohlrabi und Blumenkohl gepflanzt, sowie Rettich, Radieschen, Haferwurz und der erste Satz Rote Beete ausgesät. Außerdem wurden und werden nach und nach vorgekeimte Kartoffeln gepflanzt. Nachdem in den letzten drei Jahren Versuche mit über zwanzig verschiedenen Kartoffelsorten an unserem Standort in Brandis stattfanden, haben sich inzwischen einige Sorten herauskristallisiert, die gut mit dem Boden und den Bedingungen vor Ort zurecht kommen, eine zufriedenstellende Ernte gewährleisten, gut lagerfähig sind und im besten Falle auch noch gut schmecken. Nichtsdestotrotz testen wir in diesem Jahr auch noch zwei neue Sorten, damit für alle Wünsche etwas dabei ist. Also für alle Kartoffelbegeisterten hier unsere Sorten für 2020: Almonda, Bellinda, Ditta, Purple Rain (neu), Rosa Tannenzapfen, Rote Emmalie, Sarpo Mira, Sarpo Una (neu), Salad Blue, Setanta, Solist und Violetta

Auch in Stünz wurden Beete vorbereitet, Radieschen ausgesät, Salate gepflanzt und die ersten Erbsen haben das Licht der Welt erblickt. Außerdem läuft hier weiterhin die Jungpflanzenanzucht und das Gewächshaus ist voll bis unter die Decke mit allerlei Pflänzchen, die sehnsüchtig auf Bodenkontakt warten. Leider fielen die Temperaturen in den vergangenen Wochen nachts immer mal wieder unter Null, weshalb es sich hier gerade ein wenig staut und geplante Pflanzungen und Aussaaten etwas nach hinten verschoben werden mussten. So voll das Gewächshaus, so leer sind langsam unsere Keller und Lagerstätten. Die letzten Kohlköpfe und Kohlrabi sind ausgegeben, der letzte Lauch und Grünkohl geerntet. Neues befindet sich im Wachstum, ist allerdings noch nicht groß genug, um guten Gewissens geerntet werden zu können. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, dass diese Woche keine Gemüseausgabe stattfinden wird. Ab nächster Woche soll dann wieder wie gewohnt wöchentlich Gemüse, Grünes und das letzte Lagergemüse verteilt werden. Bis dahin bekommt ihr in der Galerie unten schon einmal einen kleinen Einblick in den Zustand des neuen Gemüses dieser Saison.

Wir finden uns als neues Gärtner*innen-Team so langsam ein und haben alle das Gefühl, dass es eine schöne gemeinsame Saison mit euch wird! Wir neuen möchten uns hier auch nochmal kurz vorstellen:

Ich bin Leo, vor 5 Jahren nach Leipzig gezogen und ursprünglich aus Bremen. Ich habe Biologie an der Uni in Halle studiert und dieses Studium nun letztes Jahr beendet. Während meines Studiums habe ich bereits ein halbes Jahr auf einem Hof in Frankreich mitgearbeitet und viel gefallen an dem Gärtnern und dem Draußen-sein gefunden. Mir macht das Gärtnern Spaß und ich freue mich sehr auf die kommende Saison. Ich habe Lust auf Gemeinschaftsaktionen nach Corona-Zeiten, auf ein gemeinsames Fest und gemeinsames Essen und Ernten mit euch von den leckeren Dingen, die bald auf dem Feld wachsen werden.

Ich heiße René und bin seit März mit auf dem Feld. Die letzten zwei Jahre hab‘ ich auf dem Hofgut Kreuma nördlich von Leipzig gelebt und gearbeitet und werde nun planmäßig die beiden verbleibenden Jahre der freien Ausbildung zum (biodynamischen) Gärtner in Brandis und Stünz verbringen. Neben der zukunftsweisenden und wirklich spannenden Gartenarbeit die hier stattfindet und der Vielfalt, die es zu entdecken und erlernen gibt, freut es mich besonders, nun in solidarischen Strukturen zu arbeiten und zu wirtschaften. Außerdem freue ich mich natürlich darauf, euch alle kennenzulernen, auf Austausch und all die sozialen Dinge und Aktionen, die gerade nicht möglich sind.

Hey, ich bin Martha und nur für die freie Ausbildung in unserer schönen SoLawi nach Leipzig gezogen. Ursprünglich komme ich aus Beverungen, das ist eine kleine Stadt ganz im Süden von NRW. Nach meinem Schulabschluss habe ich ein Jahr in einem botanischen Garten gearbeitet und anschließend in Halle “Management natürlicher Ressourcen” studiert. Zuletzt war auch ich in Frankreich um in kleinen landwirtschaftlichen Projekten zu arbeiten, die Sprache zu lernen und zu reisen. Nun bin ich gespannt auf alles, was im Sinne der freien (Demeter-) Ausbildung auf mich zukommt. Ich liebe es den ganzen Tag an der frischen Luft zu arbeiten und am Abend dann erschöpft ins Bett zu fallen. Weil ich noch ganz neu in Leipzig bin, freue ich mich auf alle neuen Kontakte.

Wir werden unser Bestes geben, diesen schönen Blog wieder zu reaktivieren und öfter von uns hören zu lassen, damit ihr auch wisst, was wir den lieben langen Tag so auf dem Feld machen. Wenn ihr in diesen Homeoffice-Zeiten mal Lust habt rauszukommen und uns auf dem Feld zu unterstützen seid ihr herzlich willkommen, sagt nur vorher bei einem von uns bescheid damit wir das alles gut koordinieren können:)

Liebe Grüße

die Vegu‘s

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Früher Start, Engerlinge und viel Hitze – unsere Saison 2019

Das Gartenjahr 2019 begann sehr früh, schon Ende Februar waren die ersten Beete mit Muskelkraft und flinken Händen fertiggestellt.

Das Feldteam bestand seit Paulines erfolgreichen Ausbildungsende aus: Tom, Sarah, Uwe und Marian.

Mit Johanna kam nochmal Verstärkung um den Arbeitsspitzen zu begegnen. Dazu hatten wir regelmäßig UnterstützerInnen auf dem Feld und in den Gärten.

Die erste böse Überraschung gab es bereits im März als wir von Fontänen und großen Pfützen darauf aufmerksam gemacht wurden, dass die Bewässerung den Winter, trotz Entleerung nicht gut mitgemacht hatte. Mit Schellen konnten wir uns zunächst behelfen und so die Wasserversorgung der Beete und der damit verbundenen Ernte sicherstellen.

Sieht man auf die Erträge und beispielsweise die Lagerqualität des Gemüses kann man schon behaupten, wir haben auch das 2. Trockenjahr gut überstanden. (Vielleicht auch weil wir durch die Vorhersage eines Feld-Nachbarn nicht ganz unverbereitet waren;)

Als neue bzw. wiederentdeckte Kulturen haben wir für die Saison 2019: Stielmus, Frühbeet-Tomaten, Weißer Rettich „Laurin“, Yacon, Gemüsemalve, Rote Melde angebaut. Letztere vor allem um die Ausfälle bei Salaten wenigstens teilweise zu kompensieren.

Unsere Salate wurden ab Mai fast ausnahmslos von Engerlingen und Eulenraupen verputzt, Radicchio und Endivien konnten nur durch nochmalige ausbuddeln und absammeln der Tierchen gerettet werden.

Apropos Tiere – der Idee eines geschlossenen Kreislaufs und Landschaftsgestaltung folgend, hatten wir bereits im Frühling des Jahres mit dem Schäfer André Wolf Kontakt aufgenommen und mit ihm für den Herbst einen Testlauf mit einer 30köpfigen Schafbockherde geplant.

Dieser Testlauf hat uns viele Erkenntnisse zu Schafen, Arbeitsintensität und Kooperationsansätze gebracht, die Rehe auf Abstand gehalten, Maschineneinsatz zur Wiesenpflege reduziert.

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Vom ersten Beet zur Nachkultur – unsere 2. Saison in Brandis

trotz kaltem Start grünten zum Saisonstart im April im Gewächshaus schon die Lauchzwiebeln und die Petersilie

Der  Wintereinbruch Mitte März verzögerte unseren geplanten Beginn der Feldarbeit und erforderte, bei 3 Grad Celsius, die Evakuierung von Jungpflanzen aus dem Gewächshaus.

Zudem mussten wir feststellen, dass Winterzuckererbsen, Winterbohnen und einige Gründüngungen den Frost nicht überstanden haben.

Anja und ihr Pferd Tarzan unterstützen uns beim Pflügen

Auch 2018 haben wir wieder auf’s Pferd gesetzt, um größere Beetabschnitte v.a. beim Gründüngungsumbruch zu schaffen.  Anja hat uns mit ihrem Tarzan gut voran gebracht. Und so konnte man im April und Mai Tom, Kai und Pauline hinter Tarzan am Pflug, Grubber und hinter der Egge sehen. Nebenher wurde die Kombination Grelinette/Gartenkralle/Egge sehr ausgiebig geschwungen.

Mulchen von Beginn an – hier auf dem Mangold

Vorteilhaft war, dass wir anders als im letzten Jahr, bereits kultivierte Beete vor uns hatten.

Den besten Eindruck machten die Beete, die mit Mulch (Erntereste, Grasschnitt) den Winter bedeckt überdauert hatten. Daraus entstand der Plan, zukünftig mehr mit dieser Form der Bodenbereitung  zu arbeiten.

Spinat – das erste auf dem Feld ausgesäte Gemüse 2018

Die ersten Kulturen waren Kohlrabi, Salat, Zwiebeln gefolgt von Erbsen, Spinat

Zum ersten Mal konnten wir auch auf eine professionelle Bewässerung zurückgreifen, was im weiteren Jahresverlauf immens wichtig wurde.

Zur Pflege haben wir in diesem Jahr verstärkt auf die Unkrautregulierung im sog. Vorauflauf gesetzt.

Das heißt, das Unkraut mit Hilfe der Bewässerung schnell aufkeimen zu lassen, um es dann thermisch (Abflammen) oder  mechanisch (z.B. mit Doppelradhacke) zu beseitigen, noch bevor die Kulturpflanzen austrieben oder gepflanzt wurden.

Mit Längs und Querreihen wurde experimentiert, genauso wie dem Häufeln von Fenchel.

nachdem das Kabel im Mai eingebuddelt war, konnten wir die Brunnenpumpe endlich in Betrieb nehmen

Neuerungen gab es auch in der  Anbauvielfalt: Neuseeländer Spinat, Gemüsemalve, Sommerportulak, Haferwurz,  Zitronengurke, Lupine, Schabzigerklee, Spargelerbse, Zuckerrübe wuchsen das erste Mal in Brandis.

Die Frühjahrspflanzung fand ihr Ende mit dem Kohl und Knollensellerie Anfang Juni, während jedoch die ersten Nachkulturen wie Kohlrübe und Aussaaten wie Schwarzer Rettich den fließenden Übergang in Herbst und Winter ankündigten.

Die Hitze beschleunigte die Abreife der Zwiebeln dermaßen,  dass wir schon ab dem 18. Juli (29. KW) mit der Zwiebelernte beginnen konnten.

 

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Vom Saatgut zur ersten Aussaat 2018

Die Gärtner haben sich im Dezember und Januar getroffen, um Saatgutinventur zu machen, die Erfahrungen der letzten Saison auszuwerten, einen neuen Anbauplan für 2018 zu entwickeln, und passende Saat- und Pflanzgutmengen festzulegen.

unser neues Saatgut ist da

Inzwischen sind einige Kilo neuen Saatguts angekommen und zusammen mit den Reserven (z.T. eigenen Saatguts) des Vorjahres liegt nun das Potential in unseren Händen, tonnenweise Gemüsevielfalt zu erschaffen.

Pauline hat auf dem Linke Hof den Anfang gemacht und für uns dort die Aussaat von Paprika, Aubergine, Chili und (versuchsweise) Blumenkohl übernommen.

Kai hat einige Frühbeetfenster abgestaubt und mit Joy begonnen Frühbeetkästen in Brandis zu bauen, um unsere Möglichkeiten zur Jungpflanzenanzucht zu erweitern.

unser Gewächshaus in Stünz nach dem Sturm „Friederike“

In Stünz ist der Sturmschaden am Gewächshaus beinahe behoben, so dass wie geplant ab Anfang März wieder junge Keimlinge das Licht der Welt dort erblicken können.

P.S.: wir sind zur Saatgut-Tauschbörse am 11.März im Haus der Demokratie dabei

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